Den inneren Krieger wecken!
Für eine bewusste Wutkultur.

Inspiration zum Widder Neumond am 18. April 2015

Neumonde sind gute Momente, um  inne zu halten und das Bewusstsein neu auszurichten. Jeder Neumond ist wie eine kurze Atempause zwischen Aus- und Einatmung, ein Moment der Energieleere und des Innehaltens.  Wir können ihn als Saatmoment nutzen, um uns bewusst einzuloggen in die aktuelle Qualität der Zeit und stimmige innere Impulse setzen. 

 

Widder steht für Neuanfang, für unmittelbare und ungebrochene Lebenskraft. Die Stellung des Mars, der Planet, der dem Zeichen Widder zugeordnet ist, spielt im persönlichen Horoskop und Leben eine wesentliche Rolle für die Art und Weise, wie man sich persönlich durchsetzt und auch in welchen Lebens-bereichen man es natürlicherweise gerne macht - oder auch nicht macht. 

 

Eine gesunde Widder-Kraft brauchen wir, um mutig die Herausforderungen des Lebens zu meistern, Wir brauchen sie für Zivilcourage und den Mut, etwas Neues zu wagen, ein Projekt zu starten und uns auch mal unbeliebt zu machen.

 

Mars-Energie ist Vitalität pur
und unmittelbarer lebendiger Impuls. 

Mars ist unser innerer Krieger. Er sorgt dafür, dass wir uns nehmen und einfordern, was wir brauchen oder begehren. Er sorgt dafür, dass wir auf gesunde Art zu uns selbst stehen und uns verteidigen, wo unsere Grenzen über-schritten werden. Er sorgt dafür, dass wir unangemessene Forderungen ablehnen und auch dafür, dass wir wieder aufstehen, wenn wir eine Niederlage erlitten haben.

 

Menschen, die an Depressionen oder Ängsten leiden, haben keinen guten Zugang zu ihrer Mars-Kraft. Die Gründe, warum jemandem der Zugang zu seiner Vitalität und gesunden Selbstdurchsetzung verschüttet ist, können sehr vielfältig sein. 

 

Eine sehr frühe Anpassung an Erwartungen und Bedürfnisse naher Bezugspersonen, ein übermäßiges Harmoniebedürfnis, auch Angst die Anerkennung anderer zu verlieren, können Ursachen dafür sein, dass dem eigenen natürlichen Impuls nicht gefolgt wird und lieber die Fremdanpassung gewählt wird. 

 

Sehr starke Verletzungen der Marskraft können den gesunden Willen eines Menschen deutlich brechen oder subtil unterspülen. Dann verlernt ein Mensch, zu sich zu stehen, wo es angemessen wäre. Jede Selbstdurchsetzung  oder gar vitales und lustvolles Sich-Selbst-Spüren wird dann als schuldhaft erlebt und daher vermieden. 

 

Oder man kann sich nur auf undurchsichtige Wege nehmen, was man braucht. Im schlimmsten Fall - wie bei der Depression - wird der lebendige Impuls unterdrückt oder gar gegen sich selbst gerichtet. 

 

Das andere Extrem ist eine übermäßige Aggression, die immer auch eine angreifende Richtung hat und andere Menschen zum Opfer machen muss. Mit der gesunden Vitalität der puren Widder-Energie hat diese nichts mehr zu tun. Widder  ist einfach lebendiges Feuer. Der unmittelbare Lebensimpuls denkt nicht lange nach, sondern will einfach sein, lebendig, lustvoll, spontan. 

 

Der Depressive und der Terrorist haben eines gemeinsam: sie haben beide keinen gesunden Zugang zu ihrer natürlichen Feuer Kraft. Die Verzerrungen gehen in ganz unterschiedliche Richtungen. Der  eine bekämpft sich selbst, der andere den Rest der Welt. Der eine hat zu stark nach außen gerichtete Kraft, der andere eine Hemmung bzw. eine Wendung gegen sich selbst. Beide aber leben ihre Lebenskraft nicht auf natürliche, unmittelbar lebensbejahende Art. 

 

Wut tut gut! Wut ist lebenswichtige
und oft missverstandene Emotion.

Wut ist eine Entsprechung der Widder-Kraft eines Menschen. Wut ist nicht lieb und nett und angepasst, aber sie ist sehr vital. Und sie ist eine oft sehr missverstandene Emotion.

 

Auch weil sie oft mit Aggression verwechselt wird, gibt es für Wut immer noch wenig akzeptierten Raum. Gerade auch in spirituellen Kreisen, in denen viel nach Freude, Licht und Liebe gestrebt wird, hat Wut oft keinen Platz. Dabei ist Wut mit Freude, Angst und Trauer eine der grundlegenden und kreatürlichsten Emotionen des Menschen.

 

Wut an sich ist eine verletzliche Emotion. Sie zeigt energetisch, dass etwas nahe geht und sehr wichtig ist. Wenn ich mich mit meiner Wut zeige, zeige ich mich mit meiner Verletzlichkeit. Wut kann somit - vorausgesetzt sie wird gut aufgenommen und nicht mit einem Kontaktabbruch bestraft - vor allem auch dazu dienen, Beziehungen zu vertiefen. 

Wut ist basale Lebenskraft, sie stärkt das erste Chakra und öffnet das Herz.

 

In der Körpertherapie ist am eigenen Leib erfahrbar, wie sehr der physische Ausdruck von Wut das Herz wieder öffnen kann wo es vorher vielleicht eng, schwer und traurig war. Wo die Depression die Lebensenergie runter drückt, kurbelt der physische Ausdruck von Wut die Lebensenergie wieder an.

 

Solche Körperübungen, wie zum Beispiel das Schlagen und Holzhacken öffnen nicht nur die Hüfte und stärken damit das erste Chakra - also die Verbindung durch den Körper ins Hier und Jetzt. Sie öffnen vor allem auch das Herz. Das ist vital und lebendig zu erfahren.

 

In der klassischen Depressionsbehandlung gehört der Aufbau von physischer Vitalität durch Herz-Kreislauf-Training und Schlafentzug ebenso zum Therapieprogramm wie der behutsame Zugang zu abgespaltener Wut. 

 

Wut und Herz: Grenzen wahrnehmen und wahren stärkt das Selbst.  

Aus dem Herzen können wir die Verbindung zu anderen, aber auch zu uns selbst erfahren. Ist eine Begegnung stimmig, wo geht etwas über unsere Grenzen, das ist im Herzen zu spüren.

 

Wenn ich Wut wahrnehme, ist irgendwo eine Grenze für mich überschritten. Diese Grenzen wahrzunehmen und auch auszudrücken, Stopp und Nein sagen zu lernen, ist ein essenzieller Schritt zu gesunder Selbstliebe und Ganzheit. Es ist eine klare Feuerkraft mit dem Willen zum Leben, zu Integrität und dem Mut, sich zu zeigen und der Umwelt zuzumuten. Sie ist für sich kein Angriff gegen jemand anderen, sie ist ein unmittelbares Stehen zu sich selbst.

 

Besonders harmoniebedürftige Menschen haben oft große Schwierigkeiten mit dieser gesunden Ego Kraft. Zu erlernen, wie wahrnehmen und auch ausdrücken, kann aber sehr viel Lebensenergie freisetzen, Authentizität und auch Klarheit schaffen.

 

Sehr starke Wut zu spüren, kann schmerzhaft und auch ein Hinweis auf sehr tiefe alte Wunden sein. Auch diese wahrzunehmen, anzunehmen und irgendwie einen Kanal für diese lebenswichtige Energie zu finden, führt letztlich zu Klarheit mit uns selbst und auch in unseren Beziehungen. 

 

Wo wir Widder-Impuls schlucken, 
rauben wir uns selbst die Lebenskraft.

Die Wut überhaupt zu spüren, den vitalen Impuls überhaupt wahrzunehmen und als ur-eigenen Lebensimpuls anzunehmen, ist die  reine lebendige Widder-Energie, die lebens-unmittelbarste Kraft. 

 

Je länger und je öfter unmittelbarer Lebensimpuls geschluckt wird, desto mehr schneide ich mich selbst ab und desto weniger werde ich auch sichtbar, trete also wirklich in unmittelbaren Kontakt.  Je öfter ich innerlich ganz spontan eigentlich ein „Nein“ spüre und trotzdem „Ja“ sage, desto öfter schlucke ich meinen ur-eigenen Impuls, mein Abgrenzungsbedürfnis herunter.

 

Andersherum ebenso. Widder ist ja nicht nur die Wut, sie ist der lebensunmittelbare, energetisch erlebte Impuls. Je öfter ich also auch eigentlich zugreifen möchte, es aber immer wieder nicht wage und so weder die Erfahrung des Erfolges noch eben auch des Misserfolges machen kann, desto mehr ziehe ich mich aus dem unmittelbaren Leben zurück.

 

Deutliche Widder Energie
führt zu Klarheit und Kraft.

Menschen, die sehr deutlich und klar sagen können, was sie wollen oder auch nicht, geben 
in der Regel sehr viel Sicherheit, weil man weiß woran man mit ihnen ist. Und man kann eine entsprechend klare Zustimmung oder Gegenhaltung einnehmen.

 

Menschen dagegen, die immer versuchen lieb und freundlich zu sein - womöglich gar unter einem spirituellen Konzept oder auch in der Annahme, allen alles recht zu machen, sei Liebe, verlieren leicht den Kontakt zur Realität und auch zu sich selbst.

 

Oft spürt das Umfeld dann auch eine unterschwellige passive Aggressivität. Dann wird die eigentlich natürliche Feuer-Energie, der verschluckte Impuls, nicht nur zum Energie-Räuber für das eigene System sondern auch zu einer im Raum frei flottierenden subtilen Form der Aggressivität.

 

Wut mit offenem Herzen halten 
als spirituelle Lebenspraxis.

Nun geht es nicht darum, jede Wut sinnlos auszuagieren oder in aggressive Angriffe umzuwandeln, weil wir uns nun eben gerade so verletzt fühlen. Es ist im Lebensalltag auch nicht immer angebracht, Wut auszudrücken. Den Impuls aber runter zu schlucken oder rational wegzudenken, ist niemals angebracht! Und wir können lernen, in achtsamen und mitfühlenden Kontakt mit unserer Wut zu kommen. Wir können lernen, unsere Wut wahrzunehmen und im Herzen zu halten. 

 

Wir können wütend sein und trotzdem im Herzen offen bleiben - in Mitgefühl für uns selbst, unsere eigene Verletzlichkeit und auch in Mitgefühl für den, auf den wir wütend sind.  Je besser wir in Kontakt mit unserer Wut-Energie kommen und sie annehmen können als lebensunmittelbaren Impuls, desto deutlicher können wir nach und nach in unsere reine Kraft und Klarheit kommen. 

 

Wut in ihrer transformierten Form ist reine Lebensenergie und purer Lebenssaft. Diese anzunehmen und zu leben ist Liebe zum Leben!

 

Und nun noch einige Anregungen für ein persönliches Update zum Widder Neumond:

  • Was kann ich tun, um meinen Kreislauf anzuregen und mal wieder richtig ins Schwitzen zu kommen.
  • Wo möchte ich initiativ sein, mal wieder anpacken, zugreifen und etwas Neues wagen.
  • Was fördert meine unmittelbare Lebenslust, was bringt mir auch physisch Lust und Freude.
  • Welche meiner persönlichen Ziele kann ich mit einem deutlichen „Ich will“ formulieren.
  • Wann sage ich „Ja“ obwohl ich eigentlich deutliche ein „Nein“ spüre. 
  • Wo sage ich Nein obwohl ich eigentlich den Mut haben möchte, Ja zu sagen.
  • Wo schlucke ich und sollte deutlicher sagen, was ich denke und fühle. 
  • Aussagen in der Ich-Form sind kein Angriff, sondern ein Stehen zu sich selbst. Jedes „Du sollst, musst, machst“ wird vom Gegenüber als Angriff empfunden. 
  • Wo und wie kann ich vielleicht spontaner und unmittelbarer sein ohne Konzept und Planung. 
  • Spüre ich meine unmittelbaren Impulse oder nehme ich sie nicht gar nicht so gut wahr. 

 

Für den letzten Punkt und auch das Einüben für einen achtsamen Umgang mit Wut: 

Einige wenige Minuten Achtsamkeitspraxis am Tag unterstützen den unmittelbaren Kontakt zu sich selbst. Das kann wie folgt aussehen:

Wenn ein Gefühl hochkommt, bspw. die Wut – aber auch jedes andere, was man normalerweise vielleicht lieber „weghaben will“:
Still werden, dranbleiben, nicht ausweichen oder ablenken, nicht wegdrücken.
Die Aufmerksamkeit in das Herz lenken, das Gefühl wahrnehmen, ihm erlauben ganz da zu sein. 

Das Gefühl umarmen und die Aufmerksamkeit auf den Atem lenken: 

„Einatmen - ich sehe/spüre Dich Wut, Ausatmen - ich bin ganz für Dich da.“

Dies für einige Minuten, ganz dran bleiben. 

Das Gefühl wird sich langsam lösen, weil es Raum bekommt. 

Widerstand verstärkt, Annehmen ist Liebe und löst. 

Namasté!