Besonders gilt in der Gestaltarbeit, wo der Therapeut mehr als anderswo gefordert ist, nackter Mensch und Künstler zugleich zu sein.

Fritz Pearls

Die Hauptaufgabe des Menschen besteht darin,  sich selbst zur Geburt zu verhelfen und der zu werden, der er potenziell ist.

Erich Fromm

Die eckigen und die runden Dinge

Ich kenne Übergänge – nicht nur aus der Begleitung anderer, sondern aus eigener Erfahrung.

Solange ich denken kann, bewegt mich die Frage nach dem, was uns im Innersten zusammenhält. Als Kind suchte ich nach Gott und erforschte die Natur. Ein kurzes Studium der Biologie und Theologie spiegelt dies wider. Geworden bin ich jedoch zunächst Juristin – und war über 15 Jahre in Projekt- und Geschäftsleitung tätig.

Ich habe Standortprojekte initiiert, größere Change-Prozesse verantwortet und komplexe Projekte zwischen Wirtschaft, Politik und Kultur moderiert. Das war alles weder uninteressant und noch erfolglos.

Jedoch gab es immer auch eine andere Seite in mir, die neben dem Schaffen in der äußeren Welt viele Jahre zu kurz kam: eine sehr feine Wahrnehmungsfähigkeit und tiefe Naturverbundenheit, eine Qualität, die lieber still, fein und forschend wirkt.

Als junges Mädchen unterschied ich die Welt in „eckige und runde Dinge“ – und entschied stolz, man müsse vor allem die eckigen lernen, die einem schwerfallen. Das Jurastudium war eine solche Entscheidung. Und eine Anpassungsleistung.

Der Preis dafür wurde später recht hoch. Denn ich in eine tiefe gesundheitliche und spirituelle Krise, der ein längerer Weg der grundlegenden Neuorientierung folgte.

Heute habe ich eine Lebensordnung gefunden, die mir zutiefst entspricht und für die ich außerordentlich dankbar bin. Der Weg dahin war allerdings eher lang. Und so ich verstehe mich auch als Mutmacherin, diesen Weg der inneren Neuordnung durchaus früher anzutreten.

Heute dürfen‚ die eckigen und die runden Dinge in mir und meinem Wirken in guter Verbindung sein: analytische Klarheit und eine hohe Intuition, materielle und geistige Welt, Strukturiertheit und Wahrnehmungsfähigkeit, äußere Welt und innere Ordnung die so genannten männlichen und weiblichen Anteile der Seele.

Aus der Großstadt in die Natur

Geboren in Hamburg, lebte ich fast zwanzig Jahre in Berlin und habe dort das ‚Neue Berlin‘ nach der Wende aktiv mitgestalten dürfen. Das war eine lehrreiche und überaus spannende Zeit. Jedoch wuchs in mir zunehmend die Sehnsucht nach einem anderen Leben – einfacher, naturverbundener, stiller.

Nach längerer Suche und einer Zwischenstation in Österreich fand ich meinen Platz im Norden. In Mecklenburg-Vorpommern lebe ich heute in einem Gutsdorf und der Landschaft meiner Kraft. Hier fühle ich mich zu Hause und lebe in engem Kontakt mit Landschaft und Jahreskreis, wofür ich unendlich dankbar bin.

Die Natur ist für mich kein Erholungsort, sondern lebendiger Resonanzraum. Sie erinnert mich jeden Tag an die natürlichen Zyklen von Werden und Vergehen, an das natürliche Maß von Kraft und Regeneration. Und daran, dass wir Teil von einem großen natürlichen Ganzen sind.

Wie ich arbeite

Die Basis meiner holistischen Arbeit ist die Integrative Gestalttherapie, die ich mit körperorientierten, traumasensiblen, systemischen und naturpsychologischen Elementen verbinde.

Je nach Anliegen und Anlage meiner Klienten fließen kreative Methoden, Achtsamkeitspraxis, Arbeit mit inneren Bildern sowie bewusst gesetzte rituelle Elemente mit ein.

Ich arbeite zugleich strukturiert und sehr intuitiv.

Meine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit stelle ich dem Prozess meiner Klienten zur Verfügung – zugewandt und mit allem Respekt vor dem individuellen Lebensweg und Tempo jedes Einzelnen.

Natur und Landschaft spielen dabei eine wesentliche Rolle: als Spiegel, Mitspieler, Resonanz und Entwicklungsraum.

Dabei gebe ich keine Lösungen vor, sondern halte sehr klar den Raum für das, was sich als Lebensimpuls für eine neue Ordnung zeigen will.

Wesentlich ist hier, klar im ‘Nichtwissen’ zu stehen und gleichzeitig sehr wach zu sein.

Was mich qualifiziert

Das Fundament meiner Arbeit bilden meine Lebens- und Führungserfahrung ebenso wie meine fachliche Ausbildung und ein langes Gehen auf dem so genannten inneren Weg.

Ausgebildet bin ich u.a. in Integrativer Gestalttherapie, systemischem Coaching sowie körper- und traumasensibler Begleitung.

In Österreich konnte ich meine Wahrnehmungsfähigkeit von Naturkräften vertiefen. Auch fand ich hier Zugang zu unseren mitteleuropäischen naturzyklischen Bräuchen und Ritualen, die in den Alpenländern noch sehr natürlich verankert sind.

Bis 2023 war ich zudem als Dozentin in der Erwachsenenbildung und Führungskräfte-entwicklung tätig.

Von 2021 bis 2023 initiierte und moderierte ich den »Holistic Leadership Summit«, eine Online-Fachkonferenz mit über 60 Stimmen aus Wissenschaft, Spiritualität und Praxis (Gerald Hüther, Pater Anselm Grün, Bodo Janssen u.v.a.m.).

Mit rund 5000 Teilnehmenden wurde deutlich, wie sehr die Frage nach einem ganzheitlichen Bild vom Menschen in Gesundheit und Führung auf Resonanz gestoßen ist.

Ich lerne und forsche laufend – aktuell im Feld unserer europäischen indigenen Wurzeln und einer universellen urschamanischen Arbeit.

Mich treibt die Verbindung von altem Weisheitswissen und den Erkenntnissen aus der neueren Psychologie und Neurobiologie.

Worum es mir geht

Mich bewegt die Frage, wie individuelle Reifung und kulturelle Entwicklung zusammenhängen und sich gegenseitig bedingen.

Ebenso bewegt mich die Frage, wo wir Menschen evolutionär stehen und wir wir in dieser enormen Wendezeit vor allem die Qualitäten unseres Mensch-Seins kultivieren können.

So treibt mich die Vision einer Kultur von Menschlichkeit und Verbundenheit. Ein Weg, der von uns als Gemeinschaft gegangen werden muss, der aber bei jedem Einzelnen beginnt.

Das ist ein Weg der Rück-Verbindung – zunächst mit der eigenen inneren Natur – und dann mit der lebendigen äußeren Welt.

Denn wir sind nicht Krone der Schöpfung, sondern Teil von ihr. Eine meiner Lehrerinnen sagt, wir Menschen hätten die Aufgabe, Hüter der Erde zu sein.

So verstehe ich meine Arbeit auch als einen kleinen Beitrag zu einer Kultur, die von mehr Bewusstheit und Lebensdienlichkeit getragen ist.

Das sagen Klienten über die Arbeit mit mir:

‚Du hast mich zu einer tiefen inneren Begegnung geführt, die mich bis heute inspiriert und motiviert. Deine warmherzige und klare Art und all deine Erfahrung, die Du so authentisch einbringst, hat es mir leicht gemacht, mich zu öffnen. (...) und was ich ehrlich gesagt so richtig an Dir bewundere: wie Du Weichheit und Klarheit zugleich in den Raum bringst.‘
Jennifer Emmrich
'Julia Engel hat Themen und Problemfelder klar adressiert und die damit verbundenen Herausforderungen zu den Unsrigen werden lassen. Die Ergebnisse und Dokumentation der Workshops konnten als Grundlage der weiteren Arbeit in die tägliche Prozesse unseres Unternehmens eingebaut werden. Im Umgang miteinander und auch mit unseren Mandaten wird unser Entwicklungsprozess deutlich sicht- und spürbar.'
Andreas Foidl
'Ich kann spüren, dass du mit etwas wahrnimmst, das über das Hinhören und Hinsehen hinausgeht. Ich konnte erleben, dass du geführt bist, dass da Wissen, Weisheit, Wahrheit und Wachheit zusammenfallen.“'
Anke Schütz

Last but not least

Kraft schöpfe ich im Arbeiten mit den Händen, mit Ton oder Erde, auf meinen langen Gängen durch Feld und Wald mit meinem Border-Collie-Rüden Bonnie, der mich in Präsenz und Vertrauen, Führung und Verbundenheit mehr lehrt als so mancher Lehrer.

'Besonders gilt in der Gestaltarbeit, wo der Therapeut mehr als anderswo gefordert ist, nackter Mensch und Künstler zugleich zu sein.'

Fritz Pearls, Psychoanalytiker

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